Cannabis

Was ist Cannabis?


Der Hanf (Cannabis sp.) ist eine einjährige, zweihäusige und krautige Pflanze, die seit Jahrtausenden als Heil- und Nutzpflanze Verwendung findet. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören Cannabinoide wie Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC), welche vor allem in den Blütenständen der weiblichen Pflanze vorkommen. Sie sind für die psychotropen, euphorisierenden, antiemetischen, schmerzlindernden und krampflösenden Eigenschaften des Hanfs verantwortlich. Die Effekte beruhen auf der Bindung der aktiven Wirkstoffe an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Hanf und seine Produkte werden unter anderem zur Anregung des Appetits und gegen Übelkeit bei Krebs- und AIDS-Patienten, bei multipler Sklerose und bei chronischen Schmerzen angewandt. Hanf wird bekanntermassen auch als Rauschmittel missbraucht.

 

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Cannabis

 


gesetz

Rechtslage


Wie steht es nun rund um die gesetzlichen Grundlagen?

 

Seit dem Jahr 2011 ist Cannabis, das einen THC-Gehalt von unter 1% aufweist, als Tabakersatzprodukt, in der Schweiz zugelassen. Dies hat einen riesigen Hype verursacht, mit dem Zwischenergebnis, dass dieses Unternehmen gegründet wurde. 

Link zum BAG - Bundesamt für Gesundheit:

 

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/themen/mensch-gesundheit/sucht/cannabis/thc-armer-cannabis-cbd.html

 

 

 

 


CBD-CANNABIDIOL

Erläuterung


 

Cannabidiol ist ein Cannabinoid, das vor allem im Faserhanf vorkommt, in einer Größenordnung von 0,5-2 % in den Blüten. Es weist einige bemerkenswerte therapeutische Eigenschaften auf, ohne dass es psychische oder andere relevante Nebenwirkungen verursacht. Wer heute im deutschsprachigen Raum CBD aus therapeutischen Gründen nutzen möchte, kann entsprechende Extrakte aus Faserhanf, der reich an CBD ist, über entsprechende Online-Shops deutscher oder internationaler Firmen erwerben. Ärzte können zudem CBD Lösungen auf einem Privatrezept verschreiben. Apotheker können CBD zur Herstellung solcher Rezepturen bei dem Unternehmen THC Pharm in Frankfurt erwerben. Wer selbst CBD-Extrakte herstellen möchte, kann die gleichen Prinzipien wie bei der Herstellung von Haschischöl verwenden (siehe Internet).

 

CBD wirkt entzündungshemmend, nervenschützend, antiepileptisch, entspannt die Muskulatur bei Dystonien und Dyskinesien (bestimmte Stö- rungen der Muskelspannung), hemmt Übelkeit und tötet Krebszellen. Am bedeutendsten sind heute die angstlösenden und antipsychotischen Eigenschaften, sowie die Wirkungen bei bestimmten Epilepsie-Formen, wie etwa dem schwer zu behandelnden Dravet-Syndrom bei Kindern. CBD kann auch die Entzugssymptome nach dem Absetzen von Cannabis lindern. CBD wirkt im Allgemeinen erst in hohen Dosen. So erhielten Patienten mit Psychosen in einer Studie 800 mg täglich und Kinder mit Epilepsie 2-25 mg pro kg Körpergewicht.

 

Quelle: ACM Magazin 2015 - Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V. (ACM), Am Mildenweg 6, D-59602 Rüthen


lexikon

CANNABINOIDE

sind die mehr als 100 spezifischen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze. Das pharmakologisch wichtigste Cannabinoid im Hanf ist das THC

(Delta-9-Tetrahydrocannabinol) bzw. Dronabinol.

 

CANNABINOID-REZEPTOREN

sind spezifische Bindestellen auf vielen Körperzellen, zum Beispiel Nervenzellen und weißen Blutkörperchen, an die Endocannabinoide und pflanzliche Cannabinoide binden und dadurch bestimmte Reaktionen auslösen können.

CANNABIS SATIVA L

kurz Cannabis, ist der lateinische Gattungsname für die Hanfpflanze. Zusammen mit der Gattung Hopfen gehört Cannabis zur Familie der Cannabidaceae (Cannabisartigen).

DELTA-9-TETRAHYDROCANNABINOL

ist der pharmakologisch wichtigste Cannabisinhaltsstoff, kurz: THC oder Delta-9-THC. Er ist sowohl für den charakteristischen Cannabisrausch („High“) verantwortlich als auch im Wesentlichen für die meisten arzneilichen Wirkungen. Ein anderer Name ist Dronabinol.

DRONABINOL

ist ein anderer Name für das natürlich in der Hanfpflanze vorkommende THC. Dronabinol darf in Deutschland und Österreich auf einem Betäubungsmittelrezept verschrieben werden.

ENDOCANNABINOIDE

sind Substanzen, die vom Körper (zum Beispiel Mensch) selbst gebildet werden. Sie sind natürliche Botenstoffe des Körpers. Ihre Wirkung beruht unter anderem auf der Bindung an Cannabinoid-Rezeptoren.

HANF

ist eine grüne, im allgemeinen einjährige Pflanze (lateinisch: Cannabissativa L.). THC-arme Hanfsorten werden oft Faserhanf genannt. THC-reiche Hanfsorten können Drogenhanf genannt werden. Aus ihm wird Marihuana (Cannabiskraut) und Haschisch (Cannabisharz) gewonnen.

HASCHISCH

(= Cannabisharz) wird das von entsprechenden Drüsen abgegebene Harz der Hanfpflanze genannt. Es ist besonders reich an THC mit Konzentrationen von 3 bis 25 %. Haschisch wird meistens in Form kleiner Platten verkauft. Minderwertige Ware kann gestreckt sein, beispielsweise mit Fett oder Hennapulver. 

MARIHUANA

(= Cannabiskraut) sind getrocknete Blüten und Blätter des Drogenhanfes. Die Trocknung erfordert einen Zeitraum von 10 bis 14 Tagen an einem trockenen und luftigen Ort (z.B. in Büscheln hängend auf dem Dachboden). Da weibliche Hanfpflanzen wesentlich THC-reicher sind als die männlichen, werden oft nur die weiblichen Pflanzen zur Gewinnung von Marihuana (THC-Gehalt: 1 - 25 %) verwendet. Die Blüten sind THC-reicher als die Blätter.

MARINOL

ist ein synthetisches Dronabinol-Präparat in Kapselform von Solvay Pharmaceuticals. 

NABILON

ist ein synthetischer Abkömmling von THC (Dronabinol), der in Deutschland rezeptierfähig ist. 1 mg Nabilon wirkt etwa so stark wie 7-8 mg Dronabinol. Nabilon kann durch entsprechende Auslandsapotheken aus dem Ausland importiert werden.

SATIVEX

ist ein Cannabisextrakt, der in Deutschland für die Behandlung der multiplen Sklerose zugelassen ist. Die Krankenkassen erstatten die Kosten bei einer Verschreibung für diese Indikation. Er enthält gleiche Anteile an CBD und THC. 

THC

ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol, wobei meistens das in der Pflanze natürlich vorkommende (-)- trans-Isomer des Delta-9-THC, auch Dronabinol genannt.

 


DIE GESCHICHTE DES CBD

Eine Gruppe von Chemikern der Universität in Illinois isolierte zum ersten Mal aus einem Pflanzenextrakt Cannabidiol (CBD), einer der chemischen Hauptbestandteile von Marihuana. Sie beschrieben ihre Entdeckung in einem Artikel, der 1940 veröffentlicht wurde und in dem sie abgesehen von ihrem relevanten wissenschaftlichen Beitrag aufzeigten, dass noch viel zu erforschen sei. Sie klassifizierten das Molekül als „giftig“ und schlossen aus, dass es im menschlichen Körper Wirkung entfaltet. Heute wissen wir, dass dieses Molekül bei der Behandlung vieler gesundheitlicher Beschwerden wie z.B. bei Symptomen von Epilepsie, Alzheimer oder Schizophrenie Anwendung findet. In diesem Post haben wir für euch die Meilensteine der CBD-Forschung zusammengetragen.

(Quelle: www.dinafem.org) 

Das Cannabidiol, auch unter der Kurzbezeichnung CBD bekannt, ist einer der chemischen Hauptbestandteile der Cannabispflanze, auf den viele ihrer wertvollen medizinischen Eigenschaften zurückzuführen sind. Im Verhältnis der gesamten chemischen Bestandteile, die im Pflanzenextrakt vorhanden sind, beträgt der CBD-Gehalt 40 %. Den Großteil der restlichen chemischen Bestandteile bildet Tetrahidrocannabinol (THC), ein anderes Molekül mit vielen Eigenschaften, dass aber im Gegensatz zum CBD eine psychotropische Wirkung hat.

Heutzutage ist CBD gleichermaßen unter Wissenschaftlern, Ärzten und Marihuanakonsumenten bekannt, das war allerdings nicht immer so. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wusste man noch nicht so genau, aus welchen Bestandteilen und Wirkstoffen sich die Pflanze „Cannabis Sativa“ zusammensetzt und das, obwohl sie schon seit Jahrhunderten zu medizinischen und auch zu vergnüglichen Zwecken eingesetzt wurde. Glücklicherweise begannen die Forschungen einiger Pioniere der damaligen Zeit Früchte zu tragen. Mit diesen ersten Entdeckungen begann die Geschichte der Erforschung des CBD-Moleküls. In den folgenden Abschnitten haben wir für euch die Meilensteine der CBD-Forschung zusammengetragen. 



40er bis 60er Jahre: Die ersten Entdeckungen

Das CBD wurde zum ersten Mal von einem Forscherteam der Fakultät für Chemie der Universität Illinois (USA) aus einem Extrakt der Marihuanapflanze isoliert. In dem im Januar 1940 veröffentlichten Artikel beschrieben sie die Molekülstruktur und versicherten, dass „Cannabidiol sehr giftig, aber in der Pflanze nicht aktiv ist”.

Trotz der bahnbrechenden Entdeckung der Wissenschaftler in Illinois vergingen über 20 Jahre, bis sich wieder jemand ernsthaft an dem Molekül interessierte. Im Jahr 1963 legte der Chemiker der Hebräischen Universität in Jerusalem Raphael Mechoulam schließlich die genaue Molekülstruktur fest. Ein Jahr später gelang seiner Forschungsgruppe ein weiterer Erfolg: Sie isolierten zum ersten Mal THC und schafften es sogar, die beiden cannabinoiden Verbindungen zu synthetisieren. Die Arbeit des Wissenschaftlers und seiner Kollegen ebnete den Weg zur Erforschung der medizinischen Wirkungen der Bestandteile von Marihuana.

70er Jahre: Beginn der Erforschung medizinischer Wirkungen des CBD

Im Jahr 1973 gab ein brasilianisches Forscherteam bekannt, dass CBD bei Tieren durch Epilepsie ausgelöste Konvulsionen verringert oder sogar verhindert. Diese Wirkung wurde Ende der 70er Jahre bei menschlichen Patienten der Nervenkrankheit nachgewiesen. Obwohl die Mehrheit der Testpersonen Besserung zeigten, konnten die Ergebnisse noch nicht als definitiv angesehen werden. Bereits ein Jahr später entdeckten einige Forscher, dass CBD angstlösende Eigenschaften besitzt und somit die Symptome von sozialer Angststörung reduzieren kann. 

Mitte der 70er Jahre wurden mehrere klinische Studien in verschiedenen medizinischen Bereichen durchgeführt, die unter Anderem aufzeigten, dass die Einnahme des Wirkstoffs die von der Chemotherapie ausgelöste Übelkeit lindert. In dieser Zeit wurde auch die sedierende Wirkung des Moleküls entdeckt. Nach einigen erfolgreichen Tierversuchen wurden Studien durchgeführt, die bewiesen, dass CBD sich positiv auf Patienten mit Schlafstörungen auswirkt.  



80er bis 90er Jahre: CBD zur Behandlung von Psychosen und Angststörungen

Obwohl es in den 70er Jahren zu einem regelrechten Boom der CBD-Forschung kam, verlor die wissenschaftliche Gemeinde in den zwei darauffolgenden Jahrzenten etwas Interesse an dem Molekül. Trotzdem kam es auch in dieser Zeit zu einigen bahnbrechenden Entdeckungen. 

In Brasilien wurde fleißig weitergeforscht: eine kleine Studie, die 1980 in São Paulo durchgeführt wurde und an der auch Mechoulam beteiligt war, war eine der ersten, die aufzeigte, dass CBD Konvulsionen bei Epilepsiekranken (die Testpersonen waren Kinder) verringert. 

In einer Folgestudie von 1982 wurde zum ersten Mal beschrieben, dass CBD antipsychotische Wirkungen besitzt. Die Autoren testeten eine Gruppe gesunder Freiwilliger und kamen zu dem Ergebnis, dass der Wirkstoff Symptome wie gestörte Wahrnehmung, Entpersönlichung und die Abneigung, mit anderen Personen zu kommunizieren, unterdrückte. CBD wurde jedoch bis 1995 nicht offen an Patienten verabreicht: In diesem Jahr wurde innerhalb einer klinischen Studie aufgezeigt, dass es Testpersonen nach der Behandlung mit Cannabidiol erheblich besserging.

Ab 1988 begannen die Experten, das medizinische Potenzial von Cannabis ernster zu nehmen. Es war das Jahr, in dem Wissenschaftler das Endocannabinoid-System im menschlichem Körper entdeckten, d.h. die Rezeptoren für Cannabinoide, die sich im Nervensystem befinden. Dieser Fund bot den Boden für weitere Studien in verschiedenen medizinischen Fachbereichen, die im Laufe des folgenden Jahrzehnts veröffentlicht wurden. 

Ende der 90er Jahre hat eine Gruppe von Forschern des Nationalen Instituts für mentale Gesundheit in Nordamerika festgestellt, dass CBD ein wirksames Antioxidationsmittel ist. In Folgestudien wurde des Weiteren nachgeforscht, ob dies auch eine neuroprotektive Wirkung mit sich bringt. Diese Eigenschaften der chemischen Wirkstoffe der Marihuanapflanze hemmen die neuronale Degeneration bei Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson.

In den letzten Jahren dieser Zeitspanne kam es auch zu Fortschritten im Bereich der Gesetzgebung. Demokratische Wahlen in den US-Bundesstaaten Alaska, Oregon und Washington entschieden die Legalisierung von medizinischem Cannabis, eine Maßnahme, die auch von britischen Abgeordneten unterstützt wurde. Im Jahr 1998 erhielt die Firma GW Pharmaceuticals eine Lizenz für die Herstellung des Medikaments Sativex, das THC und CBD zu gleichen Anteilen enthält und zur Behandlung von Schmerzen und Spasmen bei Patienten mit Multipler Sklerose eingesetzt wird. 



Ab 2000: CBD in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen

Innerhalb der ersten zehn Jahre des neuen Jahrtausends wurden eine Menge Forschungen über die medizinischen Wirkungen von CBD durchgeführt. Die klinischen Studien mit Tieren konzentrierten sich dabei besonders auf die entzündungshemmende und beruhigende Wirkung von CBD, sowie seine Wirkung auf die Zellen im Immunsystem. Die Studien zeigten auf, dass der Wirkstoff einerseits das Fortschreiten von rheumatischer Arthritis hemmt und dank seiner immunsuppresiven und entzündungshemmenden Eigenschaften die Präsenz von Molekülen reguliert, die an der Entwicklung von Tumoren beteiligt sind. Andererseits bewiesen sie die Wirksamkeit der Behandlung mit CBD, um damit chronische Schmerzen von Nervenkrankheiten bei Nagetieren zu lindern.

Obwohl die Erforschung von medizinischem Cannabis weiterhin rechtlichen Einschränkungen unterliegt, wurden in den letzten zehn Jahren dutzende von Studien durchgeführt, die neue Erkenntnisse darüber lieferten, dass CBD zur Behandlung von Krankheiten wie Epilepsie, Angststörung, Schizophrenie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs geeignet ist. 

Eine dieser Arbeiten ist eine 2011 von Wissenschaftlern des Forschungsinstituts California Pacific Medical Center veröffentlichte Studie. In dem Artikel berichten sie darüber, dass sie Beweise dafür fanden, dass CBD die Bildung von Metastasen bei mit Krebs befallenen Zellen hemmt. Ein Jahr später entdeckten deutsche Wissenschaftler, dass der Wirkstoff psychotische Symptome bei Patienten mit Schizophrenie verringert. 

Trotz der rechtlichen Einschränkungen häufen sich in der Aktualität Studien zu dem Thema. Mit der steigenden Anzahl von Ländern, die medizinisches Marihuana legalisiert haben, steigt auch die Hoffnung, dass die Wissenschaftler es in einer nicht allzu fernen Zukunft leichter haben werden.